Harfen treffen und begegnen sich – und das zum fünften Mal!

Einmal im Jahr summt und brummt es im Haus der Begegnung in Altdorf bei Landshut, wenn sich über hundert Menschen treffen, die eine gemeinsame Leidenschaft gepackt hat – das Instrument mit den vielen, vielen Saiten – die Harfe. Sie gibt es von ganz klein bis ganz groß, von 19 bis über 90 Saiten. Sie ist mal leise, mal laut, mal filigran, mal mächtig, mal förmlich, mal cool.

Genauso breit gefächert und abwechslungsreich war in diesem Jahr wieder das Angebot an Spielkursen. Da gab es die Schnupper- und Anfängerkurse (S. Kaiser), aber auch Angebote für Spezialisten und Profis, an die sich natürlich die Meisterkurse bei Prof. Lilo Kraus richteten, aber auch Themen wie „Impressionismus und Harfe“ (B. Fichtner), „Alte gälische Harfenmusik“ (J. Vogel) oder „Musikrausch im Frühbarock“ (C. H. Hüttel). Weitere Schlaglichter auf die schier unendlichen Möglichkeiten, die das Instrument Harfe bietet, warfen Kurse wie „Wundertüte Volkslied“ (M. Gosch), „Klanggewebe“ (M. Taube), „Zigeunermusik“ (A. Kox-Schindelin) und „Volksmusik aus Österreich“ (M. Leutschacher). Ja und ganz kleine Harfenspielerinnen freuten sich schon auf die Teilnahme auf ihren ersten Kinderanfängerkurs (J. Schmidt-Enzmann). Danach konnten sie auch gleich noch weitermachen und eine Glitzerfunkelharfe basteln und ein spannendes Kinderkonzert mit „harfussion“ erleben. In diesem tauchten sie in die Welt des Films und natürlich auch der Musik ein und konnten nicht nur zwei große Konzertharfen im Einsatz bestaunen, sondern auch noch eine Popcornmaschine und ein voll ausgewachsenes Marimbaphon.
Besonders spannend wird es auch für die Großen immer dann, wenn experimentiert wird und scheinbar vorhandene musikalische Grenzen überschritten werden. So ist es mittlerweile selbstverständlich, dass beim Harfentreffen auch Percussionskurse (Ch. Günther) angeboten werden und sich einer wachsenden Fangemeinde erfreuen. Dass auch Karton einen Resonanzraum bilden kann, zeigte ein experimenteller Workshop „Kartonharfe“ (N. Maier / K. Högl) in dem geklebt, geschliffen und geschraubt wurde. Klaus Horngacher gab Tipps für die Wartung und Reparatur von Konzertharfen. Eine Krönung der musikalischen Experimentier- und Spielfreude war schließlich das Samstagabendkonzert, das heuer voll dem Blues gewidmet war und in dem Harfe, Blues-Gitarre und Mundharmonika, die Blues-Harp eben, zu einem umwerfenden Sound verschmolzen. Es war ein Genuss Lilo Kraus und Band zu erleben und kaum jemand konnte sich da ein „beswingtes“ Wippen im Bein verkneifen. Besonders schön war auch, dass die Teilnehmer auch die Gelegenheit hatten, sich in Spielkursen selbst an der Blues-Harp (Ch. Schmitt) oder der Bluesgitarre (P.
Pelzner) zu versuchen.

Im Gegensatz dazu geradezu geräuschlos übernahmen die Harfenfreunde Landshut e.V. auch heuer wieder die Organisation des Festivals. Fast von magischer Hand wandelte sich mehrfach das Haus der Begegnung von einem Schulungshaus, wahlweise in ein Café, in einen Konzertsaal oder in ein Ausstellungsgebäude mit der großen Harfenausstellung. Ein reibungslos funktionierendes und fleißiges Team an ehrenamtlichen Helfern machte dies freilich erst möglich. Dem entsprechend erschöpft, aber umso zufriedener, konnten diese nach einer abschließenden Harfen-Comedy (Familie Pinder) in ihrer Vereinsversammlung Resümee ziehen und gleich beherzt die Planung des nächsten Landshuter Harfentreffens anpacken, das nächstes Jahr vom 11. bis zum 13. November stattfinden wird.

 

 

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