Wie fühlt sich so ein Harfentreffen ohne Corona-Einschränkungen an? Falls wir es vergessen haben sollten, war sie nach er ersten Minute am Freitagabend wieder da – diese gelassene, heitere Stimmung im Haus der Begegnung – und zwar ohne Maskenpflicht und dafür wieder vielen Gästen aus Nah und Fern. Was im Jahr zuvor noch abgesagt werden musste, war wieder möglich: die abendfüllende Commedia mit I buffoni dispettosi, das Kinderprogramm mit dem Kinderkonzert von Harfussion, das Harfencafé und natürlich die Ausstellung. Hatten wir uns tatsächlich drei Jahre lang nicht mehr gesehen? Eigentlich kaum zu glauben und doch wohl wahr!
Das Kurskonzept wurde leicht verändert. Statt der vielen Kurzkurse haben wir die Anzahl etwas reduziert und dafür die Laufzeiten auf zweieinhalb Stunden verlängert. Das hatte zur Folge, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich intensiver mit den Inhalten der Kurse auseinandersetzen konnten, was insgesamt sehr gut angekommen ist. Die Themen waren deshalb aber trotzdem breit gefächert. Das Angebot reichte von Kinder-, Schnupper- und Anfängerkursen bis hin zum Meisterkurs mit Lilo Kraus. Zur Wahl standen auch Playfords Stücke als Musik und Tanz, Lieblingsstücke, das Thema Flamingo, Samba in Altdorf mit Harfe und Percussion und auch die afrikanische Cora-Harfe mit entsprechendem Mittagskonzert. Darüber hinaus gab es Tipps für die Regulation von Hakenharfen und für die Stärkung der Rücken beim Harfenspiel.
Irmgard Gorzawski führte am Samstagabend musikalisch durch die Jahreszeiten und erzählte äußerst unterhaltsam und humorvoll von ihren ganz persönlichen interpretatorischen Gedanken zu den musikalisch sehr anspruchsvollen und wunderbar musizierten romantischen Stücken ihres Konzerts. Am Sonntag gab es wieder ein Konderprogramm mit Harfenralley, Basteln und ein zauberhaftes Kinderkonzert zum Mitmachen des Ensembles harfussion: von der Eiche, die wachsen möchte und ihren Geburtstag mit den Kindern feiert. Zwar sind es bei den Harfenfreunden keine tausend, sondern nur zehn Jahre seit ihrer Gründung, doch haben sich doch auch hier ein fester Stamm mit verzweigten Wurzeln gebildet, die den Harfentreffen-Baum mit regelmäßig mit Nährstoffen versorgen. Die „Pilz-Post“ funktioniert, die circa hundert Zweige geben dem Baum zusätzlichen Halt und machen es erst möglich, dass sich jeden Herbst im November so viele bunte Blätter zeigen. Vielen Dank also dem Vorstand, den Unterstützern und Sponsoren, unseren Mitgliedern, den Künstlerinnen und Künstlern, Besucherinnen und Besuchern für diese letzten zehn Jahre! Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir stoßen gemeinsam mit euch an auf das nächste Jahrzehnt.
