Harfentreffen 2024

Harfentreffen 2024

Frisch, luftig, frei – so fühlte sich das Harfentreffen 2024 an. Die Metamorphose ist geglückt und wir sind dem heimeligen Kokon des Hauses der Begegnung entschlüpft. Dass alles noch bunter und schöner wird, konnten wir ja vorher höchstens hoffen oder ahnen.

Hatten wir uns doch so wunderbar eingenistet im Gemeindehaus der evangelischen Auferstehungs-Gemeinde und so viele Jahre dort verbringen dürfen. Auch die katholische Gemeinde St. Georg unterstützte uns immer so großzügig mit den Räumlichkeiten ihres gleich benachbarten Kindergartens. Auf diese Zeit blicken wir sehr gerne zurück und möchten diese keinesfalls missen. Wir sagen ein herzliches „Vergelt’s Gott“! Wir waren immer willkommen und fühlten uns auch dem entsprechend pudelwohl. Aber – wie es so ist – ändern sich die Dinge und die Umnutzungsmaßnahmen im Gemeindehaus, über die wir zum Glück sehr rechtzeitig informiert waren, hatten zur Folge, dass wir die Fühler ausstreckten nach einer neuen Behausung. Mit etwas lauem Gefühl im Magen machten wir uns auf die Suche, wurden allerdings sehr schnell fündig und wurden herzlich von der Schulfamilie der Mittelschule Altdorf und ihrem Rektor Helmut Neugebauer willkommen geheißen. Auch unser Bürgermeister Sebastian Stanglmaier unterstützte uns bei der Suche sehr und nach einem Besuchstermin des Vorstandes im Sommer war klar, dass wir hier einen optimalen neuen Platz für unsere Veranstaltung gefunden haben.

Zwei Stockwerke mit viel Platz für das Harfencafé, Raum für eine extra von uns angeschaffte Veranstaltungsbühne, Seminarräume mit aktueller Ausstattung und Technik, oben großzügige Flächen für die Aussteller und weitere Klassenzimmer, alles hell und freundlich gestaltet! Susanne Kaiser konnte, fast ungläubig, auf ihrer Bedarfs- und Wunschliste einen Haken nach dem anderen setzen. Kaum zu glauben, aber auch die ungewöhnlicheren Wünsche und Ideen für ein neues „Zuhause“ waren erfüllt. Ein Spielplatz für Kinder? Voila! Die Planungen konnten also weitergeführt werden und es war sogar Platz für Neues, wie ein Harfenmuseum, in welchem die verschiedensten Typen und Entwicklungsstufen unseres Instruments ausgestellt werden konnten.

Noch vor Schulschluss hatten wir am Festival-Freitag die Schlüsselübergabe und dank unseres fabelhaften Helferteams konnten wir die Räumlichkeiten in Windeseile für uns einrichten, sodass sich die anfängliche Nervosität schnell legte und spätestens, als unsere Harfenfreundinnen und Freunde allmählich eintrudelten, der sonst so typischen heiteren Gelassenheit wich. Gerade die Konzerte erreichten hier eine neue Qualität: Isabel Moreton (Harfe) und Hannah Schlubeck (Panflöte) boten ihrerseits reiche Inspiration durch das Programm „Metamorphosen“ und so ging ein weiterer Wunsch in Erfüllung. Auch am Samstagabend setzte „Harfe hoch 2“ mit Anne Kox-Schindelin und Maren Ferber musikalische Akzente und gestaltete für uns einen unterhaltsamen und bezaubernden Abend. Neben den Abendkonzerten hatte sich auch, fast schon heimlich, eine eingeschworene Fangruppe für die Mittagskonzerte gebildet, die bisher eher nebenbei und eher als Begleitung zum Mittagessen veranstaltet worden waren. Maria-Theresia Trefny zog die Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann und Christoph Günther spielte und moderierte am Sonntag sein virtuoses Konzert auf dem Marimbaphon, dem Gastinstrument unseres heurigen Treffens. Die Harfenausstellung war dieses Mal wegen einiger Erkrankungen leider etwas dünner besetzt, aber auch diese fügte sich bestens in das Festivalprogramm ein und bildet weiter ein Herzstück des Harfentreffens. Auch die Aussteller lobten den Platz und die Möglichkeiten, die die Mittelschule bietet. Regulieren und Ausprobieren gehen nun viel leichter von der Hand und die Kurse sind davon absolut ungestört und trotzdem gleich daneben.

Das Kursprogramm bestand aus vielen Angeboten und deckte wieder alle Spiel- und Anforderungsniveaus ab. Es reichte von den Schnupper-, Anfänger- und Kinderkursen (M. Gosch, J. Günther, L. Schrempp, A. Eggersberger) über musikalische Schwerpunkte, Stile und Genres wie Irische Musik, Improvisation, Filmmusik oder Auftrittspraxis (A. Kox-Schindelin, A. Eggersberger, I. Gorzawski, W. März, U. Laar, M. Trefny, M. Ferber) über die Meisterkurse bei Lilo Kraus bis hin zur Tischharfe (C. Zirkelbach-Leister) und den Mallets, den Melodieinstrumenten unter den Schlaginstrumenten, mit Christoph Günther. „Ein tierisches Vergnügen“ also, das sich da bot und mit dem gleichnamigen Kinderkonzert von Anne Kox-Schindelin und Maren Färber abgeschlossen wurde.

Das nimmermüde Helferteam konnte sich also gleich an die Arbeit machen und unser Festivalhaus wieder zu dem machen, was es ist – eine Schule für den Unterricht ab Montagmorgen. Ohne diese tatkräftige Unterstützung wäre das alles gar nicht zu leisten gewesen. Hier hat sich ein Team gebildet, das zupackt und mithilft, wo es nur geht. Sogar Konzertschuhe werden flugs organisiert, wenn es darauf ankommt. Danke – das kann alleine niemand schaffen!

Fast als wäre nichts gewesen sah es aus, als wir nach der abschließenden Vereinsversammlung die Lichter ausschalteten und den Schlüssel umdrehten. Allerdings nur von außen betrachtet – drinnen ist so einiges hängen geblieben und wir freuen uns schon auf das 14. Harfentreffen 2025.