Können Harfenfreunde zaubern? Ein wenig wohl schon, wenn man bedenkt, was die Harfenfreunde Landshut am Wochenende vom 14. bis 16. November 2025 in der Mittelschule Altdorf auf die Beine gestellt haben. Das 14. Landshuter Harfentreffen hat sich erneut als ein wichtiges und hervorragend besuchtes Ereignis für Musikerinnen und Musiker, Instrumentenbauer und Liebhaber des Saiteninstruments erwiesen, das zahlreiche Gäste aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bei uns hier in Altdorf versammelte.










Drei Tage lang stand die Mittelschule ganz im Zeichen der Harfe. Die Atmosphäre war geprägt von regem Austausch und dem warmen Klang der Instrumente, die von Fluren bis in die Aula allgegenwärtig waren. Dieses Treffen, das seit vielen Jahren im Kalender der Harfen-Community fest etabliert ist, bot auch in seiner 14. Auflage eine gelungene Mischung aus musikalischen Darbietungen, Weiterbildungsangeboten und der Möglichkeit zum direkten fachlichen Kontakt und Austausch. Unser Treffen bewies einmal mehr die Leidenschaft und das Engagement unseres Teams und unserer Unterstützer, die diese große Aufgabe jedes Jahr erst möglich machen und so den wundervollen Harfenzauber entfachen.
Der Kern des Treffens ist das ausgewogene musikalische Programm, das in seiner Vielfalt jeden Besucher in seinen Bann zog. Die Konzerte boten einen repräsentativen Querschnitt und präsentierten sowohl angesehene Solistinnen als auch ein junges Ensemble. Ein besonderes Highlight war das Eröffnungskonzert am Freitagabend: „Überlebenslust“ – Eine musikalische Lesung mit der Schauspielerin Jule Ronstedt und der Jazz-Harfenistin Evelyn Huber. Die Kombination aus Texten von Mariana Leky und lyrischen Wahrheiten sorgte für einen inspirierenden Auftakt, der die Zuhörer tief in die Materie des Klangzaubers eintauchen ließ.









Das große Abendkonzert am Samstag bestritt das Münchner Harfenquartett, das mit seinem unkonventionellen Repertoire und Arrangements zeitgenössischer Werke von Willi März neue klangliche Horizonte aufzeigte – ein weiterer Beweis dafür, welche zauberhaften Möglichkeiten in diesem Instrument stecken. Zuvor lud die Mittagsmusik am Samstag unter dem Titel „Voilà Érard! – Alter Klang neu entdeckt“ mit Eva Curth zu einer klanglichen Zeitreise in die frühe Phase der Pedalharfen ein. Die Autorenlesung „Magisch leben mit der Harfe“ am Samstag, bei der Harfenbauer Norbert Maier Texte aus dem Leben eines Musikers und Handwerkers vorstellte, wurde von Martina Leutschacher an der Harfe wunderschön umrahmt. Das Treffen schloss am Sonntag mit dem äußerst unterhaltsamen und sympathischen Kinder- und Abschlusskonzert des Ensembles „harfussion“.
Parallel dazu sind die Spielkurse ein weiterer zentraler Pfeiler des Treffens. Ein umfassendes Programm, geleitet von qualifizierten Dozentinnen und Dozenten, zog Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichster Spielniveaus an. Die Bandbreite der Workshops spiegelte die stilistische Vielfalt des Instruments wider und vermittelte das Wissen, den Klangzauber selbst zu entfachen.












So konnten Teilnehmende etwa bei Evelyn Huber den Kurs „Rhythmen auf der Harfe“ belegen oder bei Anne Kox-Schindelin an „Love song-Evergreens“ wie „My heart will go on“ arbeiten. Weitere Schwerpunkte boten Kurse wie „Irish Trad Music Light – Leichte irische Stücke“ mit Martina Leutschacher oder der kreative Kurs „Harfenklänge & Poesie – Haikus selbst schreiben“ mit Isabel Moretón. Für eine Horizonterweiterung sorgte der Kombikurs „Entdecke die Rhythmen Lateinamerikas“, bei dem Jana Günther die Harfe mit Latin-Percussion unter der Leitung von Christoph Günther verband. Ergänzt wurde das Angebot durch den Meisterkurs Harfe mit Prof. Lilo Kraus und spezielle Workshops, wie „Erste-Hilfe bei kleineren Harfenreparaturen“ mit Harfenbauer Klaus Horngacher. Diese praktischen und theoretischen Impulse tragen maßgeblich dazu bei, dass das Landshuter Harfentreffen mehr ist als nur eine Konzertreihe – es ist ein Forum für Wissenstransfer und die Weiterentwicklung musikalischer Fertigkeiten.
Die traditionelle Ausstellung der Harfenbauer bot den Besuchern eine zentrale Anlaufstelle für Material und Information. Mehrere namhafte Werkstätten aus Deutschland und den angrenzenden Ländern präsentierten ihre Instrumente in der Mittelschule Altdorf. Die Gäste hatten hier die seltene Gelegenheit, die Harfen unterschiedlicher Bauarten direkt anzuspielen und die subtilen Unterschiede in Klang und Haptik zu erleben. Die direkte Beratung durch die Hersteller selbst schuf eine wertvolle Plattform für alle, die sich mit dem Handwerk und der Pflege ihrer Instrumente auseinandersetzen wollten. Abgerundet wurde die Ausstellung durch Stände, die Zubehör, Notenmaterial und Fachliteratur anboten.






Ein Ereignis dieser Größenordnung und Dauer ist ohne ein engagiertes Team von Freiwilligen und Helfern nicht durchführbar. Die reibungslose Koordination des 14. Harfentreffens war maßgeblich dem Einsatz der Mitglieder der Harfenfreunde und ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer zu verdanken. Von der sorgfältigen Logistik des Auf- und Abbaus über die Organisation der Kursräume bis hin zur Bewirtung der Gäste – die Helferinnen und Helfer sorgten mit ihrer Ausdauer und ihrer freundlichen Art dafür, dass sich alle Teilnehmer und Besucher jederzeit gut aufgehoben fühlten. Sie waren die eigentlichen Magier der Veranstaltung und vollbrachten im Hintergrund ein unermüdliches Zauberwerk. Dieses ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten, das weit über die reinen Veranstaltungsstunden hinausging, ist der wichtigste Motor des Treffens und trägt entscheidend zu seinem herzlichen Charakter bei.
Die Durchführung eines mehrtägigen Events wie des Landshuter Harfentreffens ist auch nur mit der Unterstützung der lokalen Institutionen möglich. Die Harfenfreunde möchten sich an dieser Stelle ausdrücklich bei der Schulleitung der Mittelschule Altdorf bedanken. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die offene Kooperationsbereitschaft der gesamten Schule waren fundamental für den Erfolg des Wochenendes. Die Schule bot einen idealen Rahmen, der für die Dauer der Veranstaltung in ein belebtes Kulturzentrum verwandelt wurde. Ebenso gilt der Dank Sebastian Stanglmaier, dem Bürgermeister von Altdorf, und der Gemeindeverwaltung. Ihre Unterstützung würdigt die Bedeutung dieses Treffens für die Region und unterstreicht die Wertschätzung für die kulturelle Arbeit des Harfenfreunde Landshut e.V.






Zusammenfassend blickt der Verein auf ein erfolgreiches 14. Landshuter Harfentreffen zurück, das die Harfen-Community gestärkt und zahlreiche Impulse für die Zukunft der Harfenmusik gegeben hat. Die Vorbereitungen für das 15. Jubiläumstreffen laufen und, soviel kann man schon verraten, es wird wieder gezaubert werden!
